Leitartikel

 

Innerhalb der wissenschaftlichen Landschaft der Tourismusforschung stützt sich die Originalität dieser neuen Zeitschrift auf vier grundsätzliche Entscheidungen:

– Die Entscheidung für Interdisziplinarität und Mehrsprachigkeit. Es ist möglich, in der eigenen Muttersprache zu schreiben und sich somit differenzierter auszudrücken als in einer Fremdsprache, die mehr oder weniger gut beherrscht wird, und zugleich in einer Vielzahl von Ländern gelesen zu werden. In der Tat – in deutscher, katalanischer, spanischer, französischer, italienischer oder portugiesischer, aber auch in englischer und in einer dritten Sprache veröffentlicht zu werden, darin besteht die außergewöhnliche Gelegenheit, welche diese Zeitschrift eröffnet. So lässt sich eine bessere Verbreitung von Forschungsarbeiten erzielen. Denn es dominiert bisweilen allzu stark der Gebrauch der englischen Sprache. Durch die neue Zeitschrift erlangt die angelsächsische Welt der Wissenschaft einen besseren Zugang zu häufig vernachlässigter Literatur und zu anderen Denkansätzen, was innerhalb der Geistes- und Sozialwissenschaften nur dazu führen kann, die Qualität der Forschung zu steigern und damit ein Ziel von allgemeinem Interesse umzusetzen.

– Die Entscheidung, Tourismus als ein interkulturelles Objekt zu denken und zugleich als ein Mittel, um Zugang zu dieser zentralen Dimension von Interkulturalität im Kontext der Globalisierung zu erlangen. Indem sie sich auf ein internationales Netzwerk stützt, das aus bereits gut etablierten Kooperationen besteht, und zudem auf Interdisziplinarität und Mehrsprachigkeit baut, verfolgt Via@ das Ziel, unser Verständnis vom Tourismus und seiner gesellschaftlichen Bedingtheit weiter zu entwickeln. Die gemeinsame Erstellung eines Wörterbuchs, das tourismusbezogene Fachbegriffe sowie deren Übersetzungen und Entsprechungen in verschiedenen Sprachen und kulturellen Kontexten enthält, sollte ebenfalls aus diesem Projekt hervorgehen.

– Die Entscheidung, eine Zeitschrift zu schaffen, die kostenlos ist, die für eine neue Art des Betreibens steht, die offen, gemeinschaftlich und transparent gestaltet wird, die sich der Logik des Marktes entzieht, die weder einer Trennung in verschiedene Schulen noch einer dezidierten Spezialisierung erliegt. Dies ist der Grund, weshalb Via@ von Universitäten in mehreren Ländern getragen wird, die sich in einer Form der Partnerschaft zusammengeschlossen haben, zu der jede der beteiligten Einrichtungen einen Beitrag im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten und Ambitionen leistet. Die Liste der an der Zeitschrift beteiligten Einrichtungen ist keineswegs geschlossen, denn sie hat zum Ziel, sich auch gegenüber weiteren Staaten und anderen Kontinenten zu öffnen.

Die Redaktion