Die Weltreise der backpackers, eine normalisierte Reise?

Brenda Le Bigot

 

Zusammenfassung

Eben erst dargestellt als ein Protestler gegen den Massentourismus, so wird der backpacker doch zugleich beschrieben als jemand, der seine Illusionen der Freiheit abgelegt hat und auf markierte Routen und Unterkünfte beschränkt wird. Ausgehend von der Feststellung, dass es eine Diskrepanz zwischen dem Ideal des backpacker und dessen Praktiken gibt, befasst sich der Artikel mit der Normalisierung des backpacking anhand einer für diese Form des Reisens typischen Untergruppe: den backpackers auf Weltreise. Gestützt auf eine Stichprobe von Profilen, die ebenso vielfältig sind wie die backpackers im Allgemeinen, erlaubt es die anhand von Fragebögen und Interviews in Thailand geführte Untersuchung, die Vereinheitlichung der Wege und die Herausforderung der Planung des Aufenthalts zu analysieren. Der Beitrag zeigt auf, dass die Wege durch das Netz der Flugverbindungen strukturiert werden und dass sie eine starke Vereinheitlichung in bestimmten Regionen der Welt belegen, wie etwa in Südostasien, wo es zahlreiche Enklaven und „ausgetretene Pfade“ gibt. Die Reiseplanung erscheint als noch recht wenig eingerahmt durch handelsübliche Angebote und ist vor allem abhängig vom individuellen Projekt des backpacker auf Weltreise, das hier in erster Linie in seinem Verhältnis zur Arbeit verstanden wird. Die durch diese Reisen produzierte Verbindung zu den Orten wird also betrachtet als eine Verbindung aus Erkundung und Aneignung des Raumes.

Schlagwörter: Weltreise, backpackers, flashpackers, Südostasien, Routen, Planung

 

Einleitung

Sozialwissenschaftliche Forschungsarbeiten, die sich mit backpacking oder „Rucksacktourismus“ befassen, unterscheiden sich im Hinblick auf den normativen Wert, der mit dieser Praxis verbunden wird. Eben erst im Fahrwasser des Rucksacktouristen dargestellt als ein Protestler gegen den Massentourismus und im weiteren Sinne gegen die westliche Konsumgesellschaft, so wird der backpacker doch zugleich beschrieben als jemand, der seine Illusionen der Freiheit abgelegt hat und auf markierte Routen und Unterkünfte beschränkt wird (Demers 2012, S. 86). Nach E. Cohen (2004) gibt es eine Diskrepanz zwischen dem Ideal, das den Diskurs der backpackers färbt und deren Praktiken. Die für das Modell des drifter[1] charakteristische Suche nach Authentizität, die in den 1970er-Jahren identifiziert wurde (Cohen 1972), hätte an Einfluss verloren zu Gunsten von Praktiken, die stärker mit der Suche nach einer spielerischen Erfahrung der Welt verbunden sind. Die Idee bestehe nicht mehr darin, einen Ort für ein besseres Leben zu suchen, sondern eine „Auszeit“ zu nehmen. Und wenn eine anti-touristische Haltung zu den Grundprinzipien der Identitätskonstruktion des backpacker zählt (Welk 2004), so hindert diese die backpackers doch nicht daran, bestimmte touristische Enklaven zu bereisen, die miteinander durch „ausgetretene Pfade“ verbunden sind (Richards und Wilson 2004a). In den Forschungsarbeiten, deren Anzahl seit den 1990er-Jahren steigt, lässt sich eine Veränderung dabei beobachten, wie das Phänomen konzeptionell gefasst wird „from a de-marketing concept to a marketing label“ (Ateljevic und Doorne 2004, S. 61), was die Integration des backpacking in einen aufkeimenden Massenmarkt kennzeichnet.

Wenn die Forschenden mehr und mehr die Dimension der Normalisierung von backpacking hervorheben, so bleibt diese Praxis doch mit Bildern aufgeladen, die auf ein Gefühl der Freiheit verweisen, das ein Hauptelement der sozialen Konstruktion des Phänomens darstellt und dessen Attraktivität gewährleistet (Richards und Wilson 2004b). Ein Begriff besitzt innerhalb dieser Vorstellungswelt einen bedeutenden Platz: die Weltreise. Der Ausdruck lässt eine Form der Endlichkeit anklingen, die ihm einen positiven und wichtigen Status verleiht. Er evoziert nicht nur die Vorstellung eines Ortswechsels, der den Erdball in seiner Form umschließt, sondern auch die Möglichkeit, während einer einzigen Reise alles zu sehen, Kulturen, Landschaften und andere Objekte in ihrer Unterschiedlichkeit nach und nach zu „umrunden“. J.G. Molz (2010) arbeitet anhand von als Blog veröffentlichten Berichten über Weltreisen, wie backpackers ihre „global geographies“ performativ herstellen, indem sie Unterschiede während einer einzigen Reise produzieren und zugleich auch konsumieren. Weltreisen sind inzwischen auch zu touristischen Produkten geworden, die von Fluggesellschaften und Reisebüros angeboten werden, und manche Blogs sind regelrechte Touristenführer für die Weltreise.

Der Beitrag hat zum Ziel, die Diskrepanz zwischen Ideal und Praxis im Hinblick auf potentielle Besonderheiten von backpackers auf Weltreise zu untersuchen. Dazu werden zwei Merkmale des Ideals vom drifter herangezogen, von denen sich die zeitgenössischen Praktiken von backpackers zusehends entfernen: die Suche nach neuen Destinationen und die Abwesenheit von Reiseplanung. Neigen backpackers auf Weltreise eher dazu, sich abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen oder verstärken sie vielmehr den Trend zur Bildung von Enklaven und markierten Routen? Gehen sie bei der Organisation ihrer Reise in Raum und Zeit eher planmäßig vor? Kurz gesagt, ist auch die Weltreise eine weitgehend normalisierte Form des Reisens?

Dieser Beitrag befasst sich mit den Besonderheiten von backpackers auf Weltreise im Vergleich mit einer größeren Stichprobe von backpackers. Die soziodemographischen Daten, die im Rahmen einer einzigen Untersuchung erfasst wurden, erlauben es zunächst einmal, die große Heterogenität dieser Untergruppe zu bestimmen im Vergleich mit den backpackers im Allgemeinen. Anschließend werden zwei Aspekte des Ideals vom drifter betrachtet: die Vereinheitlichung der Reiserouten und die Planung der Reise. Der Rückgriff auf die exakt und als Teil der vertiefenden Interviews erfassten Reiserouten ermöglicht es, die Normalisierung der Vorstellungen vom backpacking im Allgemeinen herauszuarbeiten, um diese dann differenziert nach den verschiedenen Profilen darzustellen.

Protokoll eines kombinierten Forschungsvorhabens
Bei den Forschungsergebnissen handelt es sich um Auszüge einer Untersuchung, die 2014 und 2015 in Thailand durchgeführt wurde. Die Studie umfasst 141 Fragebögen, die an Orten der Geselligkeit, in den touristischen Straßen im Quartier der Kao San Road sowie in 14 guest houses in Bangkok und vier guest houses in Ko Phangan, die sich in Preis und Lage voneinander unterschieden, erhoben wurden. Die Stichprobe von 141 Personen besteht aus 21 Paaren, sieben (befreundet) zu zweit Reisenden und 85 Personen, die hauptsächlich allein reisen. Für die Befragung wurden als backpackers identifizierte Personen nach dem Kriterium ausgewählt, dass ihre Reise länger als drei Monate dauern und sich auf mindestens zwei Länder erstrecken musste. Der Vorschlag zur Teilnahme an der Befragung wurde an öffentlichen Orten in Form einer Zufallsauswahl unterbreitet, während Reisende in den guest houses etwas gezielter angesprochen wurden, um die dort angetroffenen Profile abzubilden. Die Fragebögen richteten sich auf demographische und sozioprofessionelle Merkmale des backpacker sowie dessen Reise und die dabei zurückgelegten Wege. Nach der Erfassung sämtlicher Etappen und Wege der Befragten, wurde der Fragebogen in 48 Fällen durch vertiefende halbstrukturierte Interviews sowie durch Beobachtungen in den guest houses ergänzt. Der Forschungsansatz besteht also in einem Methoden-Mix, der eine systematische Erhebung mit ethnographischen Verfahren kombiniert. Dieser Artikel konzentriert sich vor allem auf 23 der 141 backpackers, die von den übrigen getrennt betrachtet werden können, da sie während ihrer Reise mindestens drei Erdteile bereisen oder bereisen werden, wobei die Region Asien-Pazifik als ein Erdteil angesehen wird.[2] Die Absicht bei der Verwendung dieser keineswegs vollkommenen Definition von Weltreise besteht gerade darin, diese Definition als Werkzeug zu verwenden und sie im Hinblick auf die Erfahrungen der Gesprächspartner zu diskutieren. Der Bestand von 23 Personen erlaubt keine Verallgemeinerung, ermöglicht es aber, die Reiseerfahrungen von backpackers aus einem bestimmten Blickwinkel zu verstehen.

Wer geht auf Weltreise?

Zahlreiche Forschende verweisen seit etwa zehn Jahren darauf, dass es problematisch ist, den Begriff des „backpacker“ zu verwenden, um ein breites Spektrum unterschiedlicher Situationen abzudecken (Cohen 2004; Hampton 2013). Angesichts einer zunehmenden Diversifizierung und weil diese während der ersten Beobachtungen auf diesem Forschungsfeld übersehen wurde, ist es erforderlich, sich mit der vorhandenen Vielfalt zu befassen, um die Kenntnisse über das Phänomen zu verfeinern und es wieder in die weiteren Forschungszusammenhänge und Entwicklungen der mobility studies im Kontext der Globalisierung einzuordnen. Das Phänomen der backpackers findet – verstanden in seiner gegebenen Vielfalt – beispielsweise einen geeigneten Platz in den Forschungsarbeiten über lifestyle mobilities (Duncan, Cohen und Thulemark 2013), lifestyle migrations (Benson und O’Reilly 2009; Benson und Osbaldiston 2014) oder auch privileged migrations (Croucher 2012). Letztere untersuchen verschiedene Formen der internationalen Mobilität an der Schnittstelle von Tourismus und Migration. Ob es sich um global nomads (Kannisto 2014) oder die internationale Migration von Personen im Ruhestand (King, Warnes und Williams 1998) handelt, so suchen die Individuen doch in beiden Fällen bessere Lebensbedingungen und stammen dabei aus finanziell vergleichsweise wohlhabenden nationalen Kontexten.

Die gesammelten Fragebögen erlauben es, von den in Thailand angetroffenen backpackers ein vielfältiges Bild zu zeichnen, das die Ergebnisse aktueller Forschungsarbeiten bestätigt. Der backpacker als junger Student, europäisch, weiß und aus den gesellschaftlichen Verhältnissen der oberen Mittelschicht hervorgegangen – dies ist nicht mehr der alleinige Typus, der ein Verständnis dieser Form des Reisens erlaubt. Hinsichtlich der Staatsangehörigkeit betont Hamzah Muziani (2006) eine wachsende Zahl von backpackers nicht-westlicher Herkunft, die oft aus Asien stammen. Nach Peggy Teo und Sandra Leong (2006) hat das klassische Bild des backpacker als eines Weißen dazu beigetragen, dass nicht-westliche Gruppen für die Bevölkerung vor Ort in den Destinationen weitgehend unsichtbar bleiben. Dies gilt jedoch ebenso für die Forschenden, die hauptsächlich westlicher Herkunft sind und sich auf Reisende konzentriert haben, die ihnen selbst ähnlich sind. Die soziale Herkunft ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. So ging es etwa kürzlich durch die Medien, als Franzosen aus unteren gesellschaftlichen Kreisen, die als „Jugendliche aus der Banlieue“ bezeichnet wurden, für einen verlängerten Urlaub nach Thailand aufgebrochen sind (Ouamrane 2012). Inzwischen gilt es als erwiesen, dass eine der aktuellen Entwicklungen des Phänomens im Aufkommen von flashpackers besteht, die J. Jarvis und V. Peel (2010) als unabhängige Reisende im Alter von über 25 Jahren definieren, die ihre Reise im Rahmen einer beruflichen Karrierepause oder als verlängerten Urlaub unternehmen. Sie verfügen über größere finanzielle Mittel, möchten aber wie backpackers reisen.

Man könnte vermuten, dass die Praxis der Weltreise für eine Untergruppe innerhalb der vorhandenen Vielfalt von Reisenden charakteristisch ist. Mehrere Kontinente und nicht nur einen Teil der Erde zu bereisen, ist in der Tat mit Kosten und Zeitaufwand verbunden und erfordert die Bereitschaft zur Mobilität und zur Aneignung von Orten, die durch sehr unterschiedliche Kulturen geprägt sind. Wenn die backpackers auf Weltreise ein homogenes soziodemographisches Profil hätten, könnte man vermuten, dass ihnen nicht nur die Reiseroute von globalem Maßstab gemein ist, sondern sie auch bestimmte Praktiken und Vorstellungen von der Reise teilen. Die Ergebnisse der Untersuchung, die in Tabelle 1 zusammengefasst werden, zeigen tatsächlich, dass innerhalb der backpackers auf Weltreise eine Vielfalt zu verzeichnen ist. Die Ergebnisse basieren auf einer Fallzahl von 23 Personen und können nicht verallgemeinernd auf die Gesamtheit der backpackers auf Weltreise übertragen werden. Sie erlauben es jedoch, die Zusammensetzung unserer Stichprobe greifbar zu machen und können für die ethnographische Untersuchung als Werkzeug der Interpretation dienen.

Hinsichtlich der Staatsangehörigkeit gibt es unter den 23 backpackers auf Weltreise eine breite Mehrheit von Europäern, vor allem Briten, aber zudem auch – ebenso wie in der allgemeinen Gruppe – einige Nordamerikaner, Asiaten und Südamerikaner. In Bezug auf die Reisekonstellation ist das Profil der allein reisenden Männer noch stärker unter den backpackers auf Weltreise verbreitet als in der gesamten Stichprobe. Die Reisekonstellation als „Paar“ rangiert in beiden Fällen an zweiter Stelle. Der Median für das Alter liegt mit 29 Jahren bei den backpackers auf Weltreise höher als der entsprechende Wert von 26 Jahren für die gesamte Stichprobe. Dieses Alter entspricht der beruflichen Situation der angetroffenen backpackers, bei denen es sich überwiegend um Erwerbstätige handelt, die ihre Beschäftigung unterbrochen oder beendet haben. Im Fall der backpackers im Allgemeinen entfällt ein ähnlich hoher Anteil auf Personen, die vor dem Studium, während des Studiums oder unmittelbar danach reisen. Unter den backpackers auf Weltreise finden sich jedoch deutlich weniger Studierende, indessen sind mittels Telearbeit beschäftigte Personen stärker vertreten. Die Erwerbstätigen verteilen sich auf unterschiedliche sozio-professionelle Kategorien, bewegen sich jedoch vor allem im Bereich der Mittelschicht zwischen Fachkräften, leitenden Angestellten, gehobenen wissensintensiven beruflichen Tätigkeiten und fest Angestellten. Kein backpacker auf Weltreise war als Arbeiter beschäftigt, wie es bei lediglich fünf backpackers aus der allgemeinen Stichprobe der Fall war. Das Bildungsniveau schließlich ist in beiden Fällen recht hoch. Die Mehrzahl der backpackers hat an einer Hochschule studiert und in den meisten Fällen einen Bachelorabschluss erworben.

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Abbildung 1. Gegenüberstellung der Merkmale der befragten backpackers auf Weltreise und aller befragten backpackers.
Quelle: B. Le Bigot, Erhebung 2014-2015 in Thailand

Innerhalb unserer Stichprobe lässt sich also, wenn man die mindestens drei verschiedene Erdteile bereisenden backpackers für sich genommen betrachtet, kein besonderes soziodemographisches Profil erkennen, auf dessen Grundlage ihre Art zu reisen möglicherweise interpretiert werden könnte – abgesehen von einer Ähnlichkeit mit dem Profil des flashpacker in einem etwas höheren Alter. Diese Untergruppe ist verglichen mit der Gesamtheit der backpackers durch eine breite Vielfalt gekennzeichnet, auf deren Grundlage im Folgenden eine Analyse zur Normalisierung von Praktiken der betreffenden Reisenden vorgestellt wird.

Auf den „ausgetretenen Pfaden“ der Welt?

Richards und J. Wilson (2004a) unterstreichen, dass sich markierte Routen herausbilden, die als „ausgetretene Pfade“ eine Verbindung zwischen den Enklaven herstellen, die von den backpackers bereist werden. Die Entdeckung neuer Destinationen und somit auch das Reisen „abseits der ausgetretenen Pfade“ gehört jedoch sehr wohl zum Ideal des drifter, von dem die Diskurse immer noch geprägt sind. Wie verhält es sich mit den backpackers auf Weltreise? Ergeben sich zusätzliche logistische Einschränkungen infolge der Mobilität, wenn man mehrere Kontinente bereist? Werden die Reisenden deshalb dazu gedrängt, die Orte nur oberflächlich zu überfliegen und sich immer häufiger in den Enklaven wiederzufinden?

Einfluss der Flugrouten

Die Hauptrouten der ersten Rucksackreisenden (frz. routard) sind wohlbekannt, sie folgen den Spuren der Hippies der 1960er-Jahre, die aus Europa aufbrachen, um in Katmandu oder in Goa zu enden (Vacher 2010; Lagadec 2003). Diese „route des Zindes“, wie sie von den Urhebern des (französischen Reiseführers) Routard genannt wird, hat durch die Beschreibungen in Reiseführern an Beliebtheit gewonnen. Diese Route wird in der ersten Ausgabe von Le guide du routard. Moyen-Orient…Inde im Jahr 1973[4] beschrieben und ebenso in der ersten Ausgabe von Lonely Planet, Across Asia on the Cheap[5], die in demselben Jahr veröffentlicht wurde. Seit den 1980er-Jahren haben sich die Reiserouten zu Flugrouten entwickelt. Das Netz der Flugverbindungen zeigt jedoch, wie es N. Cattan (2004) erklärt, eine starke Polarisierung, die sich seit den 1980er-Jahren verschärft hat. Die Politik einer Liberalisierung des Luftverkehrs führt zu einem Verschwinden des Konzepts der direkten Flugverbindungen zu Gunsten eines über Drehkreuze (engl. hubs) betriebenen Luftverkehrs.

Die backpackers auf Weltreise nutzen in bedeutendem Maße den Luftverkehr, da sie weite Strecken zurücklegen müssen, um verschiedene Teile der Erde zu erreichen. Daher kann man die Hypothese aufstellen, dass ihre Reiserouten durch die wichtigsten Flugkorridore beeinflusst werden – und zwar besonders aufgrund der unterschiedlichen Preise. Auf den Webseiten der drei großen internationalen Luftfahrtallianzen kann man sich verschiedene Flugrouten und die Kosten für die jeweilige Weltreise berechnen lassen. Es werden manchmal auch verschiedene Typen von Reiserouten angeboten, wie etwa auf der Webseite der oneworld-Allianz (Abbildung 1), auf der die Verbindungen zu drei, vier oder sechs Kontinenten angezeigt und dabei nach dem Preis aufsteigend sortiert werden. Aus den Angaben wird ersichtlich, dass die preisgünstigsten Reiserouten entlang der wichtigsten Flugverbindungen verlaufen, die durch einen besonders harten Wettbewerb um den günstigsten Flugpreis geprägt sind. Entsprechende Flugverbindungen bestehen zwischen Europa und Nordamerika, Nordamerika und dem pazifischen Raum sowie dem pazifischen Raum und Ostasien, während Afrika, ein Teil Asiens und Südamerika davon ausgeschlossen bleiben.

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Abbildung 2. Beispiel der preisgünstigsten Route im Angebot der oneworld-Allianz.
Quelle: https://fr.oneworld.com/flights/round-the-world-fares/global-explorer, abgerufen am 7. April 2016.

Durch die genaue Erfassung der Reiserouten der backpackers ist es möglich, die vorhandenen strukturellen Beschränkungen zusammen mit den tatsächlich ausgeführten Praktiken der Reisenden zu betrachten. Abbildung 2 zeigt die Reiserouten der 23 backpackers auf Weltreise, die an der Untersuchung teilgenommen haben. Aus der Abbildung sind räumliche Konzentrationen vor allem in Europa und Südostasien ersichtlich, die in erster Linie darauf zurückzuführen sind, dass die befragten backpackers überwiegend europäischer Herkunft waren und dass die Untersuchung in Thailand durchgeführt wurde. Genau genommen ist zu sehen, dass Europa von Linien durchzogen wird: die Weltreise bietet die Möglichkeit, mehrere Länder auf dem Landweg zu durchqueren. Eine Aneinanderreihung von Destinationen zeigt sich besonders bei den von Megan und Donan (US-Amerikanerin, 29 Jahre alt, und Brite, 36 Jahre alt) mit dem Fahrrad zurückgelegten Wegen sowie im Fall von Govert (Niederländer, 32 Jahre alt), der mit dem Auto unterwegs ist. Aus der Karte geht weiterhin hervor, dass Afrika und Südamerika nur teilweise bereist werden. Die Reiseabschnitte umfassen vor allem das südöstliche Afrika (Südafrika, Kenia, Tansania, Botswana, Zimbabwe, Sambia) und das westliche Südamerika (Peru, Bolivien, Ecuador, Chile). Die Vereinigten Staaten von Amerika erscheinen ebenfalls von zahlreichen Linien auf dem Landweg durchzogen. Frans (binationaler US-Amerikaner, geboren in Südafrika, 32 Jahre alt) reist mit dem Zug, ab Los Angeles ist Mike (Brite, 24 Jahre alt) im Kleinbus unterwegs, und New York ist als Zwischenstation für mehrere backpackers mit verschiedenen Destinationen verbunden.

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Abbildung 3.Karte der Routen von backpackers auf Weltreise.
Quelle: B. Le Bigot, Erhebung 2014-2015 in Thailand.
Bearbeitung: B. Le Bigot und L. Lizzi.
Die kartographisch dargestellte Reiserouten wurden von 23 backpackers auf Weltreise erfasst, die während der Forschungsarbeiten in Thailand befragt wurden. Es handelt sich um bereits zurückgelegte und fest eingeplante künftige Reiseabschnitte. Letztere wurden manchmal lediglich in Form des zu bereisenden Landes genannt, so dass es sich bei der kartographischen Darstellung bestimmter Reiseabschnitte um geometrische Mittelpunkte der Länder und nicht um lokale Destinationen handelt.

In den Reiseströmen zeigt sich eine originelle Facette der Verbindungen, die zur Strukturierung des globalen Raums beitragen. Ebenso wie im Fall von Finanzströmen besteht das Netz aus Knotenpunkten und Verbindungslinien. Die großen Tourismusregionen treten hervor – miteinander verbunden durch die Drehkreuze des internationalen Luftverkehrs, zu denen London, New York, Dubai, Singapur, Kuala Lumpur und Bangkok zählen und die einen Beitrag zur Vereinheitlichung der Reiserouten leisten. Bei mehreren dieser Städte handelt es sich um „logistische“ Destinationen, die von den backpackers nicht für einen Aufenthalt genutzt werden. Manche Destinationen erscheinen als eher untypisch, wie zum Beispiel die Elfenbeinküste, wo Cosme und Élise (Franzose, 30 Jahre alt, und Französin, 33 Jahre alt) den Vater und den Bruder von Élise getroffen haben, die dorthin ausgewandert sind. Ähnlich verhält es sich mit den Salomonen-Inseln, zu denen Frans über Australien gelangt ist und die er als die „am wenigsten touristischste Destination der Erde“ beschreibt und mit einem Kindheitstraum verbindet.

Die Weltreise der working holiday visa, Einfluss auf die Reiserouten und Ungleichheiten beim Zugang zur Reise             
Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Reiserouten im globalen Maßstab, so auch die staatliche Einreisepolitik. In dieser Sache haben mehrere Länder bilaterale Vereinbarungen unterzeichnet, die es Personen unter 30 Jahren aus einer beschränkten Anzahl von Staaten erlauben, working holidays visas zu erhalten, sofern sie über die entsprechende Staatsangehörigkeit verfügen. Diese Art von Visapolitik ist ein Ausdruck der Machtlinien, die die Welt zwischen denen aufteilen, die den richtigen Pass besitzen, um eine Vielzahl von Reiseerfahrungen zu erleben, und denen, die nicht über den entsprechenden Pass verfügen. Ein Franzose darf sich zum Beispiel ein Jahr lang in Kanada, Australien, Neuseeland, Argentinien, Japan, Singapur, Südkorea und Hongkong aufhalten. Diese Möglichkeiten kennzeichnen im Wesentlichen die Reiserouten von backpackers und insbesondere die Verbindungen zwischen Australien, Neuseeland und Südostasien. Manche Reisende, wie etwa Hugo, beabsichtigen es sogar, eine Reihe von working holiday visa zu einer Weltreise zu verbinden:
„Weißt Du, dass wir Franzosen so viele verschiedene Orte bereisen dürfen! Wir können nach Korea reisen, nach Singapur, Neuseeland, Kanada, Australien, Japan ... mit Working Holiday kannst Du in allen diesen Ländern ein Jahr lang leben. Ich würde gern alle diese Länder mitnehmen, man muss dass machen, bevor man 30 Jahre alt ist, denn später kannst Du das nicht mehr machen. Zum Glück bin ich früh mit meinem Studium fertig geworden.“ (Übersetzung des französischen Originalzitats)
Hugo, Franzose vietnamesischer Herkunft, 23 Jahre alt, reist seit vier Monaten durch Asien, nachdem er zum Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Masterstudiums ein Praktikum in New York absolviert hat

Enclaves and beaten tracks in Southeast Asia

Cohen (2009) spricht von einer „mental map“ der Destinationen von backpackers, die dorthin reisen. Mehrere befragte backpackers haben hervorgehoben, dass es in den verschiedenen Teilen der Erde unterschiedliche Formen des Reisens und der Fortbewegung gibt und dass es in Südostasien besonders schwierig ist, die „ausgetretenen Pfade“ zu verlassen. Demzufolge wirkt die „mental map“ mehr oder weniger stark strukturierend – je nachdem, welches Gebiet bereist wird. Markus sieht dies vor allem in Bezug auf die Vertrautheit mit der lokalen Sprache.

“Asia for example that is not dangerous, but it’s so crowded, and all the tourists are in the same place, and that’s like, the only place is hostel or stuff like that. In Southeast Asia you’re more stuck in one path. Well, if you are in South America you don’t have to do that. It’s a lot easier, because, if you are in Thailand, you pretty much have to speak Thai if you want to travel out of the beaten track, well if you travel in a English speaking country, where like the rural inhabitants all speak English, it’s easier to get to places where you shouldn’t be. Like where there is not tourists. Different kinds of adventures. It’s more... I can feel it’s more adventurous to travelling like Canada than travelling in Malaysia.”
Markus, Schwede, 23 Jahre alt, reist seit 14 Monaten, er hat nach dem Abschluss der Sekundarschule eine Reihe kleiner Jobs in Norwegen gehabt, um Geld anzusparen und zu reisen.

Für eine Auswahl der vier besonders häufig bereisten Länder in Südostasien – Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam und Birma – bietet Abbildung 4 eine Gegenüberstellung der von allen befragten backpackers in diesen Ländern bereisten Destinationen und der Destinationen, die von der Stichprobe der backpackers auf Weltreise in den entsprechenden Ländern aufgesucht wurden. Die wohlbekannten Enklaven der backpackers treten deutlich hervor – seien es eigenständige Destinationen oder logistische Durchgangspunkte: in Thailand sind es die alten Destinationen wie Bangkok, die Inseln und Strände im Süden des Landes sowie die Enklaven im Norden, die sich erst in jüngerer Zeit entwickelt haben wie etwa Chiang Mai, Chiang Rai und Pai (Cohen 2006; Hampton 2013). Die Hauptstädte sind bedeutende Durchgangspunkte – Hanoi, Vientiane, Phnom Penh und in Birma die beiden wichtigsten Städte Mandalay und Yangon. Durch Freizeit, Feierlichkeiten oder Kulturtourismus geprägte Orte, wie etwa Luang Prabang, Halong Bay, Shianoukville und Siem Riep (Tempel von Angkor) zählen zu den wichtigsten Destinationen für backpackers. Die Überlagerung der Destinationen, die von allen befragten backpackers bereist werden, und derer, die von den backpackers auf Weltreise aufgesucht werden, bestätigt die obigen Ausführungen: Letztere bereisen dieselben Enklaven wie die anderen backpackers. Anhand der aufgezeichneten Reisewege konnten drei Hauptrouten herausgearbeitet werden, die vom Ausgangspunkt Bangkok[6] in den Norden von Thailand, in den Süden und nach Siem Riep in Kambodscha geführt haben. Die backpackers auf Weltreise suchen ebenfalls Destinationen auf, die zu aufstrebenden Enklaven werden könnten: im östlichen Vietnam und in der Umgebung von Shianoukville in Kambodscha. Nur zwei Destinationen bleiben ausschließlich auf die Reiserouten der backpackers auf Weltreise beschränkt. Alle beide hängen damit zusammen, dass der backpacker Ortsansässige kennt. Nakhon Si Thammarat an der Ostküste von Südthailand, wo Jason zwei Wochen bei einem Freund verbringt, und das Dorf Can Cho in Vietnam, in dem die Familie von Hugo lebt, der im Vietnam geboren wurde.

2016-1(9)-ART3-Fig4Abbildung 4. Map of the backpackers’ destinations in Southeast Asia.
Die in gelb kartographierten Beobachtungen stützen sich auf die erfassten Reiserouten von 141 backpackers, die während der Forschungsarbeiten in Thailand befragt wurden. Bsp.: Bangkok tritt  250 mal auf innerhalb der 141 Routen. Die in orange kartographierten Beobachtungen stellen die Etappenziele dar, die von der Untergruppe der 23 backpackers auf Weltreise bereits erreicht wurden.
Bearbeitung: B. Le Bigot und L. Lizzi.
ROUTEN DER WELTREISENDEN; Wichtigste Reiserouten; Etappenziele; ROUTEN DER BACKPACKERS; Anzahl der Besuche des Etappenziels; Etappenziel mit mehr als 10 Besuchen

Eine Weltreise zu unternehmen, bedeutet offenbar nicht, dass Destinationen ausgewählt werden, die durch eine Lage abseits der ausgetretenen Pfade gekennzeichnet wären. Es zeigt sich, dass die Reiserouten an die wichtigsten Flugverbindungen und Tourismusströme gebunden sind und denselben Verlauf haben, wie die Reiserouten der anderen backpackers in Südostasien. Die Mobilitätspfade sind weitgehend normalisiert, auch wenn die wichtigsten Destinationen dabei häufig mit einer oder mehreren Destinationen verbunden werden, die stärker mit den persönlichen Netzwerken zusammenhängen. Der stärker personalisierte Typ des Reiseabschnitts fließt auch in die Reiserouten der anderen backpackers ein, aber es ist anzunehmen, dass eine Weltreise mehr Möglichkeiten für derartige Kombinationen bietet.

Unterwegs auf geplanten Reiserouten?

Ein anderes Merkmal des drifter, das das Ideal der backpackers prägt, ist die Spontanität des Reisens, das Fehlen von Planung. Zeigt sich beim Aufbau der Weltreisen von backpackers noch eine Diskrepanz zwischen Praxis und Ideal? Die Vielfalt der in der Stichprobe von 23 backpackers erfassten Profile entspricht tatsächlich eine Vielfalt im Umgang mit der Reiseplanung, die auch zum Verständnis der Beziehungen zu den verschiedenen Orten beiträgt

Ein ziemlicher Widerstand  gegenüber den Angeboten von „Fertig-Reisen“

Einer der Aspekte, die für die Planung von Weltreisen relevant sind, ist das Aufkommen kommerzieller Angebote zur Flankierung dieser Reisen. Eines dieser Angebote, das hier betrachtet wird, ist die „Weltreise“, die von den drei großen internationalen Luftfahrtallianzen und bestimmten Fluggesellschaften angeboten wird und es grundsätzlich ermöglicht, die Kosten für eine Reise über mehrere Kontinente zu optimieren.[7] Die Vermarktung dieser Angebote verdeutlicht, dass es einen potenziellen Widerspruch zwischen dem Angebot einer „Fertig-Reise“ und dem Ideal des drifter gibt, denn bei Letzterem steht der einmalige Charakter einer selbst zusammenzustellenden Weltreise im Vordergrund. Auf der Webseite der oneworld-Allianz steht zu lesen „Jede Reise mit Global Explorer ist einzigartig. Dennoch haben wir eine Reihe von Beispielen zusammengestellt, damit Sie eine Vorstellung von den Möglichkeiten bekommen“[8] und auf der Webseite der Star Alliance heißt es „Ganz gleich, was Ihre Träume sind und wohin Sie auf die Reise gehen, der Star Alliance Round the World Tarif ist Ihre Eintrittskarte in die Welt.“[9]

Beim Aufrufen der Webseiten der Luftfahrtallianzen kann man zunächst einmal feststellen, dass mehrere Aspekte der Reise durch das Angebot beeinträchtigt werden – unabhängig davon, für welche der Allianzen man sich entscheidet. In Abbildung 2 werden beispielhaft die Konditionen des Angebots der Star Alliance aufgeführt. Die Reisedauer – häufig begrenzt auf drei Monate, sechs Monate oder ein Jahr – wird von den backpackers so weit wie möglich ausgenutzt und wird somit recht stark standardisiert. Dies ist der Fall bei den sechs befragten backpackers auf Weltreise, die diese Art von Flugticket besitzen. Die zurückgelegte Entfernung wird ihrerseits in eine direkte Beziehung zum Preis des Flugtickets gesetzt, denn das Ticket wird teurer je größer die zurückgelegte Entfernung ist. Eine der stärksten Beeinträchtigungen, die von den befragten backpackers hervorgehoben wurde, besteht darin, dass die Reiseabschnitte vorab festgelegt werden müssen. Das „touristische Projekt“, das heißt die den Praktiken vorgelagerte Intentionalität (MIT 2008) wird stark dahingehend beeinflusst, dass es zu einer noch weiter vorausschauenden Planung kommt. Im Übrigen muss die Reiseroute denselben Start- und Zielort haben, so dass die Vorstellung einer Reise ohne Aussicht auf die Rückkehr unmöglich wird. Es wird eine maximale Anzahl von Reiseabschnitten festgesetzt, in diesem Fall 16, und die Städte der Zwischenstopps können nur einmal ausgewählt werden. Bestimmte Etappen oder Segmente der Flugreise sind verpflichtend, so dass den Mitgliedsgesellschaften der Allianz ein Kontingent von Passagieren garantiert werden kann.

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Abbildung 5. Konditionen des Weltreise-Angebots der Star Alliance.
Quelle: http://www.staralliance.com/fr/round-the-world?view=tc.

Die Untersuchung offenbart seitens der backpackers eine nur schwache Nutzung dieser Angebote, sei es innerhalb eines Erdteils oder auf der Ebene mehrerer Kontinente: es haben sich nur acht von den 141 Befragten dafür entschieden. Unter den backpackers auf Weltreise haben sich sechs für eines der Angebote entschieden, das mehrere Kontinente umfasst. Die ziemlich eingeschränkte Reiseplanung wird auf unterschiedliche Weise erlebt, wie es am Beispiel von Sebastian und Tim deutlich wird. Sebastian ist 22 Jahre alt, er ist Chilene und hat das Jahr seiner Weltreise in Australien begonnen, wo er fünf Monate im Rahmen eines Studentenaustauschs verbracht hat. Von dort aus ist er weiter nach Asien gereist und hat Bali, Katmandu und Bangkok besucht und wird seine Reise dann nach Europa fortsetzen. Bei den zwölf Flügen handelt es sich sechs Mal um eine tatsächliche Destination, in den anderen sechs Fällen um Zwischenlandungen, vor allem auf den wichtigsten Flughäfen im Verbindungsnetz der von ihm gewählten Allianz (Kuala Lumpur, Sydney, Hongkong, Frankfurt). Er beklagt sich nicht darüber, dass er seine Reiseroute vorab festlegen musste – im Gegenteil, denn so war es für ihn möglich, frühzeitig eine Zusammenkunft mit seiner Familie in London zu organisieren und sich mit seinen Freunden in Asien zu treffen. Tim hingegen ist 24 Jahre alt, Engländer und als freiberuflicher Grafiker in Telearbeit beschäftigt. Seine Reise, die ebenfalls ein Jahr dauert, umfasst zehn Flüge, die ihn über Europa nach Südostasien gebracht haben und von dort aus weiter in den pazifischen Raum (Australien, Neuseeland, Fidschi) führen werden. Zum Zeitpunkt der Untersuchung befindet er sich seit zwei Monaten auf der Insel Ko Pha-ngan und arbeitet dort an der Rezeption eines guesthouse, hat eine Wohnung gemietet und lebt als Paar mit einer anderen backpacker-Reisenden, die er unterwegs kennengelernt hat. Er sagt mir, dass er überhaupt keine Lust hat, nach Australien weiterzureisen, und die Einschränkungen der Reiseroute bedauert. Von den sechs Befragten erwähnen vier den Aspekt der Einschränkung, jedoch ohne dabei ein wirkliches Bedauern auszudrücken. Für Élise und Cosme erwiesen sich die Weltreiseangebote als eine Variante mit zu wenig Flexibilität, die sie rasch fallengelassen haben zu Gunsten einer durch das Internet ermöglichten Reiseplanung, die mehr Unabhängigkeit bietet.

Élise. „Bei uns war es so, dass wir uns mit der Weltreise dachten, das sind sechs Monate, das sind um die 1700 Euro und Du hast dann sechs Zwischenstopps, aber an manchen Orten der Erde ist das zu teuer. Also kam Indien nicht in Frage, wo wir eigentlich die Asche seiner Mutter in Verwahrung geben wollten – und dann haben wir uns gesagt, dass wir uns mal andere Fluggesellschaften anschauen, da gab es etwas mehr, aber das war nicht flexibel genug, das war auf exakt ein Jahr festgelegt ...“
Cosme. „Und dann hast Du echt viele Zwischenlandungen, Du bleibst im Flughafen, Du hast keine Zeit ...“
Élise. „Wie ein Reiseveranstalter. Und dann beim Suchen, er hat einen ganzen Tag lang und auch nachts gesucht, und tatsächlich ist ihm klar geworden, dass wir – wenn wir selbst suchen, wenn wir nach und nach unsere kleinen Flugzeuge nehmen – ja, dann hast Du nicht zwölf Destinationen, sondern 44, und äh, dann ist man echt locker, was die Zeit betrifft. Ach was, da sagt man sich erst, dass man ein Jahr lang unterwegs sein wird, dann werden es anderthalb Jahre, und vielleicht werden es am Ende zwei Jahre sein.“ (Übersetzung der französischen Originalzitate)
Élise und Cosme, Franzosen, 29 und 32 Jahre alt, beide reisen seit 8 Monaten. Sie ist weiterhin in Telearbeit als Illustratorin tätig, und er hat vor der Reise eine Ausbildung zum Bäcker abgeschlossen.

Ausdifferenzierte „Projekte“: die Reise in Anbetracht der Arbeit denken

Einen Ansatz für die Interpretation der unterschiedlichen Verhältnisse, in denen die backpackers in Bezug auf ihre Routenplanung stehen, bietet die Betrachtung ihres „Projekts“, das man vor allem als einen integrierten Bestandteil der verschiedenen Beziehungen zur Arbeit verstehen kann. Die Bezeichnung als „Projekt“ wird hier bewusst verwendet, sie ist weiter gefasst als der Begriff des „touristischen Projekts“ und bezieht sich auf die „cité par projets“ von L. Boltanski und È. Chiapello (1999). Die beiden zeigen, wie das new managment der 1990er-Jahre eine Konstruktion des Selbst geprägt hat, die durch das Formulieren von „Projekten“ fortlaufend unter Druck gesetzt wird. Auch durch den Verweis auf die Arbeit lässt sich die Langzeitreise in die breiteren gesellschaftlichen Veränderungen einordnen. Der Bezug zur Arbeit ist selbstverständlich besonders stark ausgeprägt im Fall der working holiday visa, wie zum Beispiel in Australien. Cooper, O’Mahony und Erfurt (2004) stellen in diesem Zusammenhang klar, dass „Both national and local data show that backpackers are not ‘nomads’ in the sense of an unstructured travel experience, but are heavily constrained in terms of sites visited and often seek casual employment to pay for theses visits.“ (S. 180).

Abbildung 4 erlaubt es, die Erfahrungen der befragten backpackers auf Weltreise im Hinblick auf die Routenplanung, Reisedauer und die unterwegs ausgeführten Aktivitäten zusammenzufassen. Anhand dieser Kriterien lassen sich verschiedene „Projekte“ unterscheiden. Im Fall der Personen, deren Aktivitäten nur den Freizeitbereich umfassen, ist es im Allgemeinen bezeichnend, dass der Aufenthalt in einem stärkeren Ausmaß geplant und durch einen äußeren Rahmen begrenzt wird. Dabei handelt es sich um die von E. Cohen (2004) als Timeout bezeichneten Phasen, die zur Entwicklung des Selbst beitragen. Die im Herkunftsland zurückgelassene Arbeit wird nach der Rückkehr wieder aufgenommen, wie es bei Frans, der als Ingenieur bei der NASA beschäftigt ist, der Fall ist oder bei der Sozialarbeiterin Katarina. Die berufliche Beschäftigung wird wertgeschätzt, aber während einer begrenzten Zeit unterbrochen. Im Fall von Élise und Cosme, setzt Élise ihre Tätigkeit unterwegs in Form von Telearbeit fort, aber die Reise ist in sehr starkem Maße geplant und mit einem künftigen Lebensprojekt verknüpft: Techniken des Brotbackens in unterschiedlichen Teilen der Erde erlernen, um danach eine Bäckerei zu eröffnen, künstlerische Techniken erlernen, um die eigenen Fähigkeiten als Illustratorin zu bereichern und eventuell auch ein Werk zu verwirklichen. In diesen Fällen handelt es sich um eine während des Lebens eher als Ausnahme wahrgenommene Phase, die relativ fest geplant wird, um den gewünschten Erfolg zu gewährleisten. Für manche Reisende, wie etwa Markus, kommt die zu Hause zurückgelassene Arbeit in regelmäßigen Abständen zum Vorschein, denn seit mehreren Jahren verbringt er immer wieder einmal mehrere Monate in Norwegen, um kleine Jobs zu übernehmen und Geld für die Fortsetzung seiner Reisen anzusparen. Die Planung ist weniger stark ausgeprägt, die Reise wird nicht als eine Ausnahmesituation wahrgenommen, sondern sie ist Bestandteil des Lebensprojekts vom backpacker und gibt den Arbeitsphasen einen Sinn. Je länger die Reise dauert, desto weniger wichtig wird die Planung, denn die Reise entwickelt sich zu einem Lebensprojekt auf unbegrenzte Zeit, auf das die Arbeit unterwegs aufgepfropft wird. Dies ist zum Beispiel der Fall bei Mike, der seit mehr als vier Jahren von einem Job zum anderen reist. In beinahe allen Fällen – egal, ob der Aufenthalt geplant ist oder nicht – erwähnen die backpackers auf Weltreise eine mehrmonatige und manchmal sogar mehrjährige Phase, die der Reise vorausgeht und während der das Leben im Herkunftsland durch das Sparen auf die Reise beeinträchtigt war. Die Verbindung zwischen Arbeit und Reise erweist sich deshalb als ein besonders anregender Zugang, um den Blickwinkel auf den backpacker zu erweitern.

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Abbildung 6: Zusammenfassende Darstellung von Reisedauer, Planungsgrad und Arbeitssituation der backpackers auf Weltreise.
Planung, Weltreiseticket; Dauer (in Monaten); unbestimmt; Freizeit (ausschließlich); Arbeit oder Ausbildung während der Reise; Backpacker wird im Artikel genannt; Grad der Planung:; A: keine Planung; B: mindestens ein Reiseabschnitt strukturiert die Reise; C: Reise ist geplant auf Ebene von Ländern, jedoch flexibel; D: Reise ist geplant auf Ebene von Ländern und sogar Städten sowie an Aktivitäten gebunden; Weltreiseticket: Nutzung eines Weltreise-Flugtickets

Der Aspekt der Reiseplanung und der potenziellen Widersprüche gegenüber dem Ideal des drifter lässt sich auch über die Präsentation des Selbst verstehen. J. Wilson und G. Richards (2004b) heben die Bedeutung des emischen Ansatzes[10] hervor, um die soziale Konstruktion eines Phänomens über den Verlauf von Diskursen zu erfassen. In den Interviews wird deutlich, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, wie die eigene Weltreise gegenüber dem Forschenden, aber auch gegenüber der eigenen Familie, gegenüber Freunden und anderen backpackers dargestellt wird. Die Weltreise kann ein geplantes Projekt sein, das lange im Voraus angekündigt wird und entscheidend die eigene Identität prägt. Für andere Menschen bedeutet die Weltreise nicht dasselbe, sie ist eine Tatsache und wird eher als Ausdruck der Vorstellung vom „Reisen“ ohne aufhören zu wollen gesehen. In diesem Zusammenhang beobachtet man bei mehreren backpackers auf Weltreise, dass sich im Laufe der Zeit eine gedankliche Rückkehr zu den eigenen Reiseerfahrungen und zu deren Entwicklung einstellt und über diese Rückkehr kann man verstehen, wie es die backpackers selbst versuchen, die mit der Diskrepanz zwischen Praxis und Ideal verbundenen Widersprüche aufzulösen. Cosme und Elise sagen zum Beispiel, dass sie zu Anfang der Reise die Begegnung mit Franzosen vermieden, weil sie Angst hatten, der allzu widersprüchlichen Vorstellung vom backpacker zu entsprechen, der zwar reist, dabei aber nur unter seinesgleichen bleibt. Im Laufe der Zeit haben sie sich dann dafür entschieden, die Begegnungen auf sich zukommen zu lassen. Im Laufe der Zeit und durch das Erleben verschiedener für backpackers auf Weltreise charakteristische Reisezusammenhänge erscheinen die Widersprüche vielleicht noch deutlicher und treten stärker ins Bewusstsein, sofern sie nicht aufgelöst werden können.

Unterwegs in globalem Maßstab: zwischen Erkundung und Aneignung

J.G. Molz (2008) unterstreicht die kosmopolitische Haltung von backpackers auf Weltreise, deren Berichte zum Ausdruck bringen, dass sie sich überall in der Welt zu Hause fühlen. In den gesammelten Erfahrungen deutet sich an, dass das Unterwegssein in globalem Maßstab und die mehr oder weniger stark ausgeprägte Routenplanung einen Platz zwischen Erkundung und Aneignung einnehmen. Für manche Menschen geht es darum, während der Reise etwas zu erkunden und die Unterschiedlichkeit verschiedener Orte der Welt auszuleben. Katarina hatte zum Beispiel gar nicht beabsichtigt, sich für 13 Monate beurlauben zu lassen und die gesamte Zeit auf nur einem Kontinent zu verbringen.

Katarina. „The thing is that I never thought about staying one year in one country. Not country but continent. Now I realize, this an option. To stay, in one, like these guys I met in Africa, they just, they are on the road for maybe a year of something, but they just stay in Africa, and they do all of Africa. This would be an option, but I didn’t think about it. (...)“
B. „What is the difference you think? Between these two options ?“
K. „You get more into, I don’t know, you get more into this culture, right?“
Katarina, Deutsche, 30 Jahre alt, reist seit zweieinhalb Monaten, während eines Sabbatjahrs beurlaubte Sozialarbeiterin.

Für andere Menschen hängt die Reiseplanung mit der „travel career“ zusammen (Richards und Wilson 2004a), das heißt mit den Reisen, die sie bereits früher unternommen haben. Für den backpacker geht es darum, Destinationen zu bereisen, die er noch nicht kennt. Es besteht keine besonders ausgeprägte Beziehung zum Ort, denn die Vorstellung ist eher davon geleitet, die eigene Weltkarte vervollständigen zu wollen – beinahe so, wie ein Sammler. Für Frans geht es bei der Weltreise um so etwas wie, sich einen Überblick zu verschaffen, um dann möglicherweise später an bestimmte Destinationen zurückzukehren. Die Auswahl der Destinationen ist also hauptsächlich darauf ausgerichtet, Orte zu bereisen, die er noch nicht kennt:

« I think in my mind for this trip it is to sample, how is the culture, how is the places, all over the world -tchtchtch (bruit signifiant saut rapide), and then next trip I can say ok, there I really like, I go there for one month, may be, sort of to get the taste of... »
Frans, binational, geboren in Südafrika und leben in den USA, 32 Jahre alt, reist seit anderthalb Monaten, als Ingenieur bei der NASA tätig und für ein sechsmonatiges Sabbatical beurlaubt.

Backpackers, die unterwegs arbeiten und ihre Reise in nur geringem Maß planen, lassen sich in bestimmten Destinationen für längere Zeit nieder und zeigen sehr deutlich, dass sie sich diese Orte aneignen. Indem sie ein soziales Netzwerk aufbauen, das in der Regel aus Westlichen besteht, indem sie einen kleinen Job haben und ihre Wohnung – bei der es sich manchmal um eine touristische Unterkunft handelt – neu ausgestalten, wird die Hybridität zwischen Arbeit/Freizeit, zwischen hier/dort, zwischen Alltag und jenseits des Alltäglichen sehr deutlich, die für bestimmte Profile von backpackers charakteristisch ist. Manchmal wird die Reise selbst zur Alltäglichkeit, und es wird als „Urlaub im Urlaub“ erlebt, wenn man für ein paar Wochen eine Hin- und Rückreise in das Herkunftsland unternimmt. Beim wechselseitigen Verhältnis zwischen Aneignung, Erkundung und Planung handelt es sich selbstverständlich häufig um eine Kombination von einigen nur wenig bekannten Destinationen, die kurz erkundet werden, und anderen Destinationen, die fester in der Erinnerung verankert bleiben.

Schlussbetrachtung

Auch wenn sie an einer Praxis mit starker symbolischer Bedeutung teilhaben, so zeigen die backpackers auf Weltreise nach den Ergebnissen der Untersuchung doch ebenso wie die anderen backpackers die Züge einer in relativ hohem Maß normalisierten Reisepraxis, was auf eine Vereinheitlichung der Reiserouten und auf die Reiseplanung zurückzuführen ist. Das Reisen entlang markierter Routen erscheint weitgehend dem touristischen Umfeld geschuldet zu sein und insbesondere dem Vorhandensein eines Marktes, der speziell auf die backpackers ausgerichtet ist, wie etwa im Fall von Südostasien. Gleichwohl übt das durch Autonomie und Spontanität geprägte Ideal des drifter weiterhin einen Einfluss auf die Praktiken aus und hemmt vor allem die Bereitschaft, auf zu wenig flexible kommerzielle Angebote zurückzugreifen. Die vorhandene Vielfalt der Profile von backpackers und insbesondere ihr Verhältnis zur Arbeit erlaubt es im Übrigen, mehr oder weniger stark geplante Projekte der Reisenden zu erfassen, die keineswegs einheitlich sind und sich manchmal – auf der Suche nach einer anderen Lebensweise an einem anderen Ort – dem Ideal des drifter annähern.

Die backpackers auf Weltreise veranschaulichen recht gut die Vielfalt, die man ebenso im Kreis der backpackers finden kann. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen lassen sich dennoch ein paar Besonderheiten festhalten. Was die Reiseroute betrifft, so ergibt sich durch das Bereisen mehrerer Kontinente eine größere Anzahl von Kombinationsmöglichkeiten und damit zwangsläufig auch ein originellerer Charakter der Reiserouten des backpacker auf Weltreise. Ihm bieten sich mehr Möglichkeiten, die ausgetretenen Pfade zu verlassen, indem er zum Beispiel auf sein erweitertes soziales Netzwerk zurückgreift. Weiterhin – und unter diesen befindet sich vielleicht noch eine größere Anzahl von backpackers – betrachten sie die Reise nicht als eine abgeschlossene Zeitspanne, sondern als eine Lebensform, ohne dass sie sich dabei notwendigerweise die Frage stellen, welchen Platz diese Lebensform innerhalb der Gesellschaft des Gastlands oder des Herkunftslands einnimmt. Zudem scheint es, dass sich die Weltreise noch erfreut, weitgehend als ein Ausnahmezustand wahrgenommen zu werden, der die individuelle Identität in starkem Maß prägt und mit einem Projekt in Verbindung gebracht wird, das innerhalb der Gesellschaft des Herkunftslands eine besonders hohe Wertschätzung genießt.

Letztlich kann die Diskrepanz zwischen Ideal und Praxis, die in diesem Artikel in Verbindung mit der Normalisierung der Weltreise betrachtet wird, verstanden werden als eines unter anderen Beispielen für einen „neuen Geist des Kapitalismus“, der – wie ihn L. Boltanski und È. Chiappelo (1999) beschreiben – stets ein legitimiertes „schon da“ mobilisiert, in diesem Fall das durch Freiheit und Transgression geprägte Ideal des drifter. Demnach ist es vergeblich, „unreine ideologische Konstruktionen, die der kapitalistischen Akkumulation dienen sollen, von reinen Vorstellungen klar abzugrenzen zu wollen, die frei sind von jeglichen Zugeständnissen und die es erlauben würden, die kapitalistische Akkumulation zu kritisieren. Denn es sind häufig dieselben Paradigmen, die herangezogen werden, um etwas anzuprangern und um das Angeprangerte zu rechtfertigen“ (freie Übersetzung des französischen Originalzitats von Boltanski und Chiapello 1999, S. 59). Es bleibt also eine Aufgabe, das backpacking in eben diesem Spannungsverhältnis zu erfassen.

 

Literaturangaben

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Autor

 

Brenda Le Bigot
PhD Student, Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne

 

Englisch > Deutsch Übersetzung
Tim Freitag, Universität Freiburg

 

 

 

Notes
[1] Abgeleitet vom Englischen „to drift“ mit der Bedeutung von „sich treiben lassen“ wurde der Idealtypus des drifter 1972 von E. Cohen vorgestellt und 1973 weiterentwickelt. Er entspricht einem Touristen, der sich auf das Terrain jenseits der ausgetretenen Pfade vorwagt, ohne dass der Weg, die Planung oder das Ziel der Reise festgelegt ist, und der versucht, wie die und mit der Bevölkerung zu leben, mit der er zusammentrifft.
[2] Die Reiserouten der in Thailand getroffenen backpackers führen häufig über Australien, ohne dass es sich dabei tatsächlich um das Projekt einer Weltreise handelt. Deshalb wurde es als zielführend erachtet, eine isolierte Gruppe von Reisenden zu betrachten, die auch andere Kontinente, vor allem Afrika oder Amerika, bereisen.
[3] The routes of the backpackers met in Thailand go very regularly through Australia, yet without them falling into a “round the world” project. It was thus considered more relevant to isolate a more specific part going through other continents, in particular Africa or America.
[4] Michel Duval und Philippe Gloaguen. Le guide du routard. Moyen-Orient…Inde. Gedalge, 1973.
[5] Tony und Maureen Wheeler. Lonely Planet, Across Asia on the Cheap. 1973. Dieses Werk wird von backpackers oft als eine Bibel bezeichnet und bleibt weiterhin stark nachgefragt in seiner aktuellen Auflage: Southeast Asia on a shoestring.
[6] Die besondere Zentralität von Bangkok ist zum Teil auch darauf zurückzuführen, dass die Untersuchung in dieser Stadt durchgeführt wurde.
[7] Angebotspakete, die aus mehreren Flügen bestehen, gibt es auch innerhalb eines einzelnen Kontinents.
[8] https://fr.oneworld.com/flights/round-the-world-fares/global-explorer (abgerufen am 7. April 2016)
[9] http://www.staralliance.com/fr/round-the-world (abgerufen am 7. April 2016)
[10] Die Autoren stützen sich darauf, dass sich die Befragten selbst als backpackers definieren, und nicht so sehr auf äußere Kriterien der Identifikation. Sie interessieren sich dafür, wie die Befragten das Phänomen des backpacking betrachten.